Großartige Zeiten für Nerds!

German

In welch großartigen Zeiten leben wir Nerds eigentlich? Manchmal hat man das Gefühl, die Zeit war reif, dass das Internet von Nerds für Nerds geschaffen wurde und ins Dasein kam. Dass viele andere davon profitieren kann man wohl eher als einen Nebeneffekt werten. Die wahren Günstlinge dieses Geschenkes sind die Fans von Filmen, Serien, Büchern und Spielen. Nie zuvor war der Gabentisch reicher gedeckt.

Als Star Wars Fan freue ich mich über das Überangebot von Content aus einer Galaxis, weit weit entfernt. Ich begrüße es, dass die Zeit vorbei ist, in der ich 3 Jahre warten musste, bis ich neue Abenteuer meiner Helden erleben durfte. Ab 1983 gab es dann sogar über beinahe 2 Dekaden keinerlei Nachschub der mein Fanherz erfreut hätte.

Gibt es Bedenken?

Ja. Eine Sache erfüllt mich mit Unruhe. Es betrifft die Qualität des produzierten Stoffes. Wird es Disney gelingen anspruchsvolle Serien zu liefern, oder ist der Mauskonzern bereits dabei gescheitert? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Zweifellos ist genug Geld vorhanden, um jedes Sternenabenteuer in Hochglanz umzusetzen. Doch Hochglanz ist nicht gleichbedeutend mit Anspruch und Qualität. Hoher Anspruch hat Hochglanz nicht nötig. Er überzeugt einzig durch sich selbst. Das Überangebot an Serien erinnert mich an die Fülle von TV-Shows der 80er und 90er, deren Minderwertigkeit früher oder später jedem noch so abgebrühten Fernsehkonsumenten buchstäblich ins Auge stechen musste. Der miefige Charakter der mies und lustlos heruntergekurbelten Massenware konnte nicht lange über die rein kommerziellen Absichten der Produzenten hinwegtäuschen. Beim Streben nach Kommerz ging jeder Ansatz von Kunst verloren. Was blieb, war ein fader Nachgeschmack und das Gefühl Verrätern anheimgefallen zu sein. Zuletzt hatte man totgerittene Pferde, die ihren Besitzern keinen Gewinn und den Zusehern keinen Spass mehr brachten. 

Meine Befürchtung nährt sich aus dieser Erfahrung. Ich habe Angst, dass Disney die investierten Milliarden durch den Kauf von Star Wars so schnell wie möglich wieder hereinbringen möchte. Und da erkenne ich einen Widerspruch in mir. So sehr ich mich über die Fülle an Filmen freue, fürchte ich mich vor der Beliebigkeit, die sie mit sich bringen mag. In diesem Moment wird mir klar, dass weniger und besser meine Erwartungen womöglich eher erfüllen dürfte, als die Hoffnung, ein Überangebot könne auch Anspruch liefern. Wie auch immer. Wir leben in spannenden Zeiten und vielleicht wird in Zukunft Beides möglich sein.  


English

Great Times for Nerds!

What a great time are we nerds actually living in? Sometimes i have the feeling that the time was ripe that the Internet was created by nerds for nerds and came into existence for our happiness. The fact that many others benefit from it can probably be seen as a side effect. The true beneficiaries of this gift are the fans of movies, series, books and games. Never before was the gift table more richly covered.

As a Star Wars fan, I rejoice in the abundance of content from a galaxy far, far away. I welcome the fact that the time is over when I had to wait 3 years to experience new adventures of my heroes. From 1983 there were then even over almost 2 decades no supply that would have pleased my fan heart.

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Are there concerns?

Yes. There is one thing that fills me with unease. It concerns the quality of the material being produced. Will Disney succeed in delivering challenging series, or has the mouse corporation already failed on that? The answer lies somewhere in between. Undoubtedly, there is enough money to produce every star adventure in high gloss. But high gloss is not synonymous with high standards and quality. High gloss is not necessary for high standarts. Quality convinces only by itself. The overabundance of series reminds me of the plethora of TV shows of the 80s and 90s, whose inferiority was bound to literally sting the eye of even the most hardened TV consumer sooner or later. The stuffy character of the shoddy and listless mass-produced shows couldn’t hide the purely commercial intentions of the producers for long. In the pursuit of commerce, any semblance of art was lost. What remained was an insipid aftertaste and the feeling of having fallen prey to traitors. In the end, you had dead ridden horses. Series that brought no profit to their owners and no fun to the viewers. 

I have fears

My fear is fed by this experience. My fear is that Disney wants to recoup the billions invested by buying Star Wars as quickly as possible. But Art needs time. And that’s where I recognize a contradiction in myself. As excited as I am about the abundance of movies, I am afraid of the arbitrariness it may bring. At that moment, I realize that fewer and better might be more likely to meet my expectations than the hope that an overabundance might also deliver aspiration. However. We live in exciting times and perhaps in the future both will be possible.  

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